Arbeiten, wann ich will?!

 

Flexible Arbeitszeiten – wer träumt nicht davon? Hat das flexible Arbeiten aber wirklich so viele Vorteile, wie man denkt? Gibt es auch Nachteile? 

 

Der Hauptvorteil ist sicher, dass man nicht Sklave seiner Arbeitszeit ist und alle persönlichen Termine - Arzt, Friseur, Bank usw.- auf den frühen Morgen, den Abend oder das Wochenende legen muss. Oder man kann auf den Schulausflug des Sohnes oder der Tochter mitgehen, ohne einen halben Tag Urlaub nehmen zu müssen.

 

Besonders für Millenials sind Flexibilität und die Work-Life-Balance wichtig; wenn ihr Arbeitgeber ihnen das nicht gibt, suchen sie sich schnell einen anderen Job.

 

Ein wichtiger positiver Faktor ist die Verkürzung der Pendelzeit, also der Zeit, die ich brauche, um zum Büro und wieder nach Hause zu fahren. Wenn ich außerhalb der Stoßzeiten fahren oder an ein oder zwei Tagen von zu Hause arbeiten kann, spare ich viel Zeit, Geld und bin weniger gestresst. Ein weiterer Punkt, an dem durch flexible Arbeitszeiten Geld gespart werden kann, sind die Kosten für die Kinderbetreuung. Wenn ein Elternteil früh anfängt, kann der andere die Kinder in den Kindergarten oder die Schule bringen, und wer früh aufhört, holt die Kinder wieder ab.

 

Flexible Arbeitsarrangements signalisieren den Mitarbeitern auch, dass die Firma sie schätzt, ihnen vertraut und akzeptiert, dass sie ein Leben (und Termine) außerhalb der Arbeit haben, die Arbeit aber trotzdem gemacht wird. Studien zeigen, dass etwa 60 % der Personen, die feste Arbeitszeiten haben, ihre Position verlassen möchten, aber nur 22 % der Personen, die ihre Arbeitszeiten wenigstens ein bisschen mitbestimmen können. Wenn wir die Kontrolle über etwas haben, sind wir glücklicher und somit produktiver. Positive Auswirkungen für den Arbeitgeber sind unter anderem weniger Verspätungen und Fehlzeiten, also weniger Mitarbeiter kommen zu spät oder gar nicht zur Arbeit.

 

Die Vermutung, dass flexible Arbeitszeiten ausgenutzt werden, dass also weniger gearbeitet wird, weil es weniger Kontrolle gibt, ist falsch – das Gegenteil ist der Fall (aber sicher gibt es auch die eine oder andere Ausnahme). Da wären wir auch gleich bei einem Nachteil: Weil das Vorurteil existiert, dass man im Homeoffice nicht „richtig“ oder „genug“ arbeitet, arbeiten viele aus diesem Grund einige Stunden mehr pro Woche, sozusagen um zu beweisen, dass sie keine Faulpelze sind und zu Hause nur eine Tasse Kaffee nach der anderen trinken.

 

Die Kommunikation innerhalb des Teams oder auch mit Kunden oder Lieferanten kann schwierig werden, wenn man nicht weiß, wer wann wo arbeitet – hier sind klare Angaben innerhalb eines Teams wichtig.

 

Foto von Thought Catalog auf Unsplash

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